Teens und Autos

 

                                         

 

Sollte man mit 18 Auto fahren? Diese Frage würden sicher die meisten Leute mit "ja" beantworten. Sollte man mit 18 schon ein eigenes Auto haben? Hier scheiden sich die Geister in aller Regel bereits. Wenn man dann noch fragen w�rde, ob es sinnvoll ist, mit 18 ein neueres, teures Auto zu fahren, wenn man obendrein noch Sch�ler ist und somit alles von den Eltern bezahlt bekommt, dann wird einem (zumindest in Deutschland) wohl kaum sehr viel Gegenliebe entgegengebracht. Selbst�ndig sollen die Jugendlichen werden, und das geht doch viel besser wenn sie selbst f�r ihr "Privatvergn�gen" aufkommen m�ssen. Sch�tzen lernen sollen sie den Wert von teuren Gegenst�nden wie einem Auto, und das lernen sie doch nur wenn sie selbst daf�r arbeiten. Und Vernunft sollen sie beim Autofahren an den Tag legen, was doch mit einem kleinen Auto mit niedriger PS-Zahl viel besser funktioniert. Und unfair ist es dar�berhinaus gegen�ber Jugendlichen, die nicht so reiche Eltern haben, wenn man als 18J�hriger in einem teuren Wagen daherkommt.


Wirklich? Diese popul�ren Argumente, die man bei diesem Thema aus aller Munde zu h�ren bekommt, sind doch eigentlich einmal ernsthaft zu hinterfragen. Und dann sollte einmal genauer untersucht werden, was so viele Leute (vielleicht unterbewusst) dazu veranlasst, die oben geschilderte dritte Option des Sch�lers im heissen Schlitten derart kategorisch abzulehnen.


Man sieht sie t�glich auf den Stra�en: ein dunkelhaariges M�dchen hinter dem Steuer eines Jeep Grand Cherokee, vorne ein Stofftier hinter der Windschutzscheibe und 3 ihrer Mitsch�ler als Beifahrer. Ein Junge in einem 3er BMW Cabrio mit lautem Rap cruist durch die Wohngegend. Eine h�bsche Blonde im SLK auf dem Weg zum shoppen gehen. Ein Student in einem C 320 f�hrt zur Uni. Und ein M�dchen mit dunkelblonder gelockter M�hne und stylischer Sonnenbrille geniesst den Sommer in ihrem 206cc. Das Nummernschild zeigt demonstrativ das Geburtsjahr wie etwa 1987.
Kein Zweifel, bei diesen trendigen Kiddies haben die Eltern ihre finanziellen Finger im Spiel gehabt, denn sonst k�nnten sie sich diesen Luxus nicht leisten. Aber ist das denn nun wirklich so schlimm, ungerecht und unvern�nftig wie immer gern behauptet wird? Fangen wir mal ein paar Jahre fr�her im Leben eines Teenies an.

Klar ist, dass so gut wie alle Jugendlichen, die sich der Vollj�hrigkeit n�hern, Interesse f�r's Autofahren zeigen. Egal ob nun Lehrling, Azubi oder Sch�ler, mit p�nktlich 17 1/2 macht man den F�hrerschein. Und hier f�ngt die Geldnot bereits an, folgt man der landl�ufigen Ansicht, dass man sich als Jugendlicher alles selbst erarbeiten solle. Denn der F�hrerschein ist in Deutschland nicht billig. Als Azubi bsw. kann man das Geld daf�r selbst aufbringen, aber welcher Sch�ler hat schon 1500 Euro an selbst erarbeitetem Geld? Hier m�ssen also bereits die Eltern einspringen und f�r die Fahrstunden und Geb�hren aufkommen. Das k�nnen sich einige leichter leisten als andere, da nicht alle Eltern gleich viel verdienen. Die "Ungerechtigkeit" f�ngt also bereits an bevor der Jugendliche �berhaupt hinter dem Steuer eines Autos Platz nehmen darf. Gehen wir nun einmal von dem Fall aus, dass die Eltern den F�hrerschein leicht bezahlen k�nnen. Da ist er also nun, der geheiligte Schein den alle so begehren. Was nun? Mit den Autos der Eltern kann man fahren. Vorausgesetzt, die haben welche. Denn nicht alle Eltern k�nnen es sich leisten, eines oder mehrere Autos zu unterhalten. Kinder von Eltern, die es sich nicht leisten k�nnen, deren F�hrerschein liegt damit auf Eis. Die "Ungerechtigkeit" geht hier schon weiter.


Bis jetzt ist also schon einmal klar, dass es in unserer Gesellschaft nunmal Leute gibt, die mehr verdienen als andere und sich dementsprechend mehr leisten k�nnen. Das ist das marktwirtschaftliche System, in dem wir leben und von dem wir �berzeugt sind. So wie es einerseits Eltern ohne Auto und andererseits Eltern mit Auto gibt, genauso gibt es auch Eltern die das Geld haben, mehrere Autos zu unterhalten. Aller Wahrscheinlichkeit nach sind diese Eltern beide berufst�tig, und gelangen vermutlich auch je mit einem Auto an den Arbeitsplatz. Bleibt f�r den Spr�ssling mit F�hrerschein kein Auto �brig, mit dem er fahren k�nnte. Was liegt also n�her, als die Tochter oder den Sohn mit einem eigenen Gef�hrt auszur�sten, so dass die Eltern weiterhin mit den bisherigen Autos ihre Unabh�ngigkeit geniessen k�nnen (wof�r man ja schliesslich ein Auto hat). Sehr wahrscheinlich wird es f�r die Eltern in diesem Szenario kein Problem sein, ein ordentliches Auto f�r den F�hrerscheinneuling anzuschaffen. W�rden sie der landl�ufigen Ansicht folgen, dass ein kleines, altes Auto als Einstiegsgef�hrt dienen sollten, w�rden sie ihr Kind zun�chst einmal unn�tig der Gefahr aussetzen, aufgrund von technischen M�ngeln unsicher unterwegs zu sein. Nun stelle man sich vor, die 18j�hrige Tochter steht nachts um 11 mit einer Panne mitten auf einer verlassenen Landstrasse. W�re ich Vater, dann w�rde ich mir das lieber nicht vorstellen wollen! Wenn man als Fahranf�nger immer nur in einem kleinen, alten Fahrzeug unterwegs war, dann wird man dar�berhinaus selbst nach jahrelanger "Fahrpraxis" die allergr�ssten Schwierigkeiten haben, sich mit einem neueren und gr��eren Auto zurechtzufinden. Heutzutage sollte es aber einem Jugendlichen m�glich sein, spontan jeden Autotyp fahren zu k�nnen, und sei es auch nur im Zivildienst oder im Beruf. Darauf ist man wesentlich besser vorbereitet, wenn man l�ngere Zeit ein gr��eres, leistungsstarkes Auto beherrscht hat. Diese Punkte sprechen absolut daf�r, ein neueres Auto anzuschaffen, und dann kann man doch auch gleich Stil beweisen und ein cooles Auto kaufen. Jugendliche heutzutage wollen cool und sexy sein, was auch absolut OK ist, und ein heisser Schlitten kann da eben ganz entscheidend nachhelfen. Nicht alle haben diese M�glichkeit, aber diejenigen die sie haben d�rfen sie doch auch ruhig nutzen und m�ssen sich nicht daf�r entschuldigen, dass ihre Eltern reicher sind als andere. So ist die Welt nunmal, in sp�teren Jahren wird sie genauso sein.


Wenn man als Jugendlicher den F�hrerschein gemacht hat (was nicht allen Jugendlichen m�glich ist), dann m�chte man auch fahren (was aber auch nicht allen Jugendlichen m�glich ist). Am liebsten will man das nat�rlich mit einem eigenen Auto (was sich aber nicht alle Jugendlichen und nicht alle Eltern leisten k�nnen). Wenn man nun als Jugendlicher das Gl�ck hat, wohlhabende Eltern zu haben, dann gibt es aber keinen Grund warum es nicht in Ordnung sein sollte, mit einem neueren, gr��eren und teureren Auto, das man f�r sich ganz alleine hat, unterwegs zu sein. Daraus entsteht ein win-win-win-Situation, denn: die Eltern haben weiterhin ihren Freiraum mit ihren eigenen Autos, der Jugendliche hat ein eigenes Auto, das zudem cool ist, und er ist zudem mit der gr��tm�glichen Sicherheit draussen unterwegs und erh�lt zudem noch die allerbeste Fahrpraxis die man haben kann. Warum sollte man es als 18j�hriger Sch�ler also nicht geniessen, von den Eltern einen SLK oder einen Jeep Grand Cherokee finanziert zu bekommen? Es liegt in der Natur des Elternseins, seinen Kindern etwas besseres erm�glichen zu wollen als man selbst in seiner Jungend hatte. Welcher Jugendliche w�rde die Chance ablehnen, mit einem Sportwagen in der Schule vorzufahren und die faszinierten Blicke der Mitsch�ler(innen) auf sich zu ziehen? Das sind Erlebnisse die man niemals vergisst, und die Freunde haben doch auch noch was davon wenn sie in einem sch�nen Auto mitfahren d�rfen, um heimgefahren zu werden oder um abends wegzugehen. Man ist nur einmal jung, und wenn man eine derartige Chance hat, dann ergreift man sie eben auch. Diese Motivation ist klar, und die Motivation der Eltern, dem Spr�ssling ein teures Auto hinzustellen, haben wir bereits er�rtert. Dem Jugendlichen Verantwortungsbewusstsein beizubringen ist dabei nat�rlich selbverst�ndlich und darf aber nat�rlich nicht erst mit 18 geschehen. W�hrend der gesamten Kindheit ist es die Pflicht der Eltern, ihre Kinder zu verantwortungsbewussten Menschen zu erziehen. Sind sie dieser Aufgabe nachgekommen, dann wissen sie dass ihre Kinder mit 18 verantwortungsbewusst sind und deshalb auch mit einem teuren Gegenstand wie einem Auto sorgsam umzugehen wissen. Unterst�tzend hilft auch noch immer die "Drohung", dass es nur dieses eine Auto geben wird, falls es zu einem selbstverschuldeten Unfall kommt.


Die Welt ist, wie wir gesehen haben, schliesslich nicht in dem Sinne "gerecht", dass alle �ber dieselben M�glichkeiten verf�gen. Das ist so. Wenn man aber �ber die M�glichkeit verf�gt, seine Spr�sslinge mit teuren Fahrzeugen auszur�sten, dann gibt es absolut nichts was dagegenspricht. Denn diejenigen, die diese finanziellen Mittel aufbringen k�nnen, verdienen einen grossen Teil der Wirtschaftsleistung in Deutschland, und somit auch einen grossen Teil der notwendigen Steuereinnahmen.


Es ist also von der Gesellschaft, ganz egal ob jung oder alt, zu akzeptieren, wenn ein 18j�hriger Sch�ler, welcher mit seinem F�hrerschein genau dieselben Rechte auf der Strasse erworben hat wie ein 50j�hriger Arbeitnehmer, in einem Sportwagen vorf�hrt. Mag sein dass er sich das Geld daf�r nicht selbst verdient hat, aber irgendjemand (in diesem Falle die Eltern) hat das Geld daf�r verdient. Wer das wann war, das geht nur den Fahrer und den Geldgeber etwas an. Allzu oft ist es n�mlich nur der Neid gegen�ber diesen Jugendlichen, oder vielmehr der Neid gegen�ber deren Eltern, wenn man selbst bereits fortgeschrittenen Alters ist, und nicht die finanziellen M�glichkeiten hat, ein entsprechendes Auto zu fahren. Darum lehnt man ab, dass andere, insbesondere j�ngere Leute, das "d�rfen". Dies ist jedoch absolut kein Argument und daher nichtig.


 


 

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