Lebensstandard 

Die USA sind nach wie vor das reichste Land der Welt, deshalb ist der Lebensstanard auch entsprechend hoch. Das zeigt sich in fast allen Lebensbereichen, und wird im Vergleich zu Europa v.a. im pro-Kopf-Einkommen deutlich, dass 140% des europäischen Wertes erreicht. Nicht nur Restaurants und Kleidung sind zudem sehr viel günstiger als in Europa, sondern v.a. auch Notwendigkeiten wie die Stromversorgung, Wasser, Online-Kosten und natürlich Benzin.
Das liegt hauptsächlich auch daran dass der Staat nicht ständig wie ein Aasgeier auf Beute lauert, sondern sich so gut es geht aus dem Wirtschaftsgeschehen raushält. In den USA herrscht nämlich freie Marktwirtschaft, und frei steht nicht einfach so da, sondern hat wirklich eine Bedeutung. Der Einzelne hat deutlich mehr Eigenverantwortung im Gesundheitswesen und der Altersvorsorge, dafür wird er vom Staat aber auch in Ruhe gelassen! Die Mehrwertssteuer (sales tax) liegt lediglich bei 8%, und für Lebensmittel zahlt man weniger bis gar keine tax! Man erhält von seinem Gehalt nicht nur die deutschen 40%, sondern ein ganz hübsches Sümmchen, denn ausser der (natürlich niedrigen) Einkommenssteuer wird sonst im Regelfall nichts abgezogen. Der Höchststeuersatz liegt bei 35% (!), in Deutschland sind es derzeit noch 48.5%, (und eine Senkung auf 42% ist erst in einigen Jahren in Sicht!) was natürlich noch nicht alles ist, denn der grösste Batzen der in Deutschland abgezogen wird (und von dem man im Regelfall nichts mehr wiedersieht, es sei dann man ist chronisch krank oder meldet sich arbeitslos) sind ja die sogenannten "Beiträge" für die staatlichen Zwangsversicherungen, die es in den USA nur als staatliche Notversorgung gibt und deshalb nur einen Bruchteil der deutschen Beiträge verursachen. Durch die geringen Abzüge in den USA hat man schon das Gefühl, dass man für sich selbst und nicht für "Vater Staat" arbeitet!

Das Krankenversicherungssystem der USA unterscheidet sich grundlegend von dem in Deutschland, weil man nämlich auf staatliche Zwangsversicherungen verzichtet. Staatlich versorgt werden nur Bürger ab 65 ("Medicare") und Menschen die sehr arm sind ("MedicAid"). Es ist sonst jedem selbst überlassen, ob und in welchem Umfang er krankenversichert sein möchte, und man muss sich dabei an die zahlreichen privaten Krankenversicherungen halten, die etwa der deutschen Qualität entsprechen. Im Jahr 2000 waren 237.857 Millionen Einwohner der USA krankenversichert, das sind 86% der Gesamtbevölkerung! Für ein solches System, das komplett auf Eigenverantwortung setzt doch eine ordentliche Zahl. Auch beachtet werden muss bei dieser Zahl, dass nicht immer dieselben 14% unversichert sind. Die meisten gehen in die Statistik nur mit einigen Wochen ohne KV ein, was aufgrund von Anbieterwechseln etc. zu erklären ist.

Der Arbeitsmarkt in den USA ist sehr gut, es gibt niedrige Arbeitslosenquoten, und es werden zahlreiche Dienstleistungsjobs angeboten. Lediglich 7.23 Mio. Amerikaner (das sind 5.4% der arbeitenden Bevölkerung) haben zur Zeit mehr als einen Job - eine sehr geringe Anzahl. Das deutsche Vorurteil, man müsse in den USA mindestens zwei Jobs haben um zu überleben hat also keinerlei Bestand!

           

Wenn man sich die Bevölkerung in einer durchschnittlichen amerikanischen Stadt so ansieht, stellt man fest, dass jeder in seinen eigenen 4 Wänden wohnt, meist in Form eines schönen Einfamilienhauses mit einer grosszügigen Rasenfläche davor! Im Jahr 2001 waren 67.8% aller Häuser von ihren Eigentümern bewohnt, während es in Deutschland 1998 nur 40.5% waren. Denn Grundbestiz ist in Amerika kein Luxusgut, fast jeder besitzt ein Grundstück, und die Häuser sind aus Holz, haben eine perfekte Raumeinteilung und ein sehr sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis. So bekommt man für $150 000 schon ein sehr schönes Eigenheim. Dagegen gibt es für 150 000 Euro in Deutschland nicht mal eine Wohnung.

Bei den Autos gibt sich ein ähnliches Bild. Im Jahr 2000 kamen auf 1000 Einwohner (nicht Haushalte!) 785 Autos, d.h. es gab pro Haushalt 2.11 Autos (in Deutschland dagegen nur 1.27 Autos). Überwiegend sieht man grosse Autos amerikanischer Produktion, viele haben V6- und V8-Motoren, und was auch auffällt ist, dass eigentlich kein Auto älter als 5 Jahre ist. Das liegt daran dass man für $20 000 beispielsweise schon ein Auto bekommt, das über 5 Meter lang ist und 200 PS hat. Schon für $15 000 bekommt man einen schönen grossen Pick-Up-Truck, auch mit grossem Motor.

Es ist in den USA auch viel alltäglicher, ein Auto zu leasen, denn man muss keine Anzahlung leisten! Nichts! Im Gegenteil, man erhält desöfteren sogar $1 000 "Cash Back", bar auf die Kralle, wenn man einen Leasing-Vertrag abschliesst, da fällt es einem natürlich nicht schwer, sich für ein neues Auto zu entscheiden, denn die monatlichen Leasingraten sind ja kein Problem. In Deutschland läuft das alles nicht, da sich der Gesetzgeber viel zu sehr einmischt, und so fährt hier halt meistens nur Schrott rum!

Was in Amerika eine Selbverständlichkeit ist, sind die Klimaanlagen, die es in jedem Haushalt und auch in allen Restaurants und Geschäften gibt. Schlaflose Nächte im Sommer weil es heiss und schwül ist sind den Amerikanern also fremd, ebenso ist es beim arbeiten. Man kann dadurch immer einen kühlen Kopf behalten, und ein Amerikaner kann nicht verstehen, warum man es in anderen Ländern (denen es gut geht) nicht genauso macht. Ich kann's ebenso nicht verstehen: Warum so kompliziert wenn's auch einfach gehen würde.
Genauso ist es mit dem Wäschetrockner. Er ist so selbverständlich wie die Waschmaschine, warum auch nicht?!

In den USA wurden bereits in den 80'er Jahren alle Telefone auf Tasten umgestellt, und was noch wichtiger ist, dabei wurde gleichzeitig flächendeckend die Tonwahl (touch tone phones, Rufnummernübermittlung) einfgeführt. Dabei erzeugt jeder Tastendruck eine andere Frequenz, die eine digitale Vermittlungsstelle versteht. In Deutschland gab es zwar auch in den 80'ern vereinzelt Tastentelefone, aber bis 1997 (!) war ausschliess die Impulswahl möglich. Dabei hört man nach dem Tastendruck diese Rattergeräusche, die noch aus der Wählscheibenzeit stammen; der Wählvorgang dauert dabei viel länger.  Auch heute noch haben viele Leute in Deutschland Telefone, die nur Impulssignale übermitteln können.
Was man in Amerika auch schon seit Jahren hat sind Caller I.D. Geräte. Was in Deutschland nur mit ISDN möglich ist, das gibt es in den USA für das normale Telefonnetz, und zwar hat dabei jeder Telefonanschluss eine registrierte Kennung, die bei einem Anruf übermittelt wird. Auf dem Display des Angerufenen erscheint nicht nur die Rufnummer sondern auch der Name des Anschlussinhabers. Durch Vorwahl von " *71 " kann man die Übermittlung unterdrücken, und auf dem Display wird dann nur "private number" erscheinen.
Ausserdem gibt es die Möglichkeit, über das Wählen von " *69 " die Nummer des letzten Anrufers abzuhören. "The last number that called your line was ..." bekommt man dann zu hören.

Auch sollte man erwähnen, dass 39% aller weltweiten Internet-Anschlüsse  in den USA zu finden sind. Vor ein paar Jahren waren es sogar 50%! Wen wundert's: Man bezahlt nur einen monatlichen Festpreis, und da telefonieren eh nichts kostet (bei local calls) bezahlt man keine leidigen Telefongebühren. Also bleibt Festpreis Festpreis, ohne Haken! Und das schon seit es das Internet gibt.


Weiter geht es beim Einkaufen! In jeder grösseren Gegend gibt es riesige Shopping Malls, die die Geschäfte einer ganzen Kleinstadt beherbergen! Dort findet man alles was das Herz begehrt, und was ganz wichtig ist, zu vernünftigen Preisen. (Wenn man das als Deutscher im Moment nicht so empfindet liegt das am hohen Dollar-Kurs, aber für einen Amerikaner ist $1 eben $1, nie mehr und nie weniger). Es gibt auch immer geräumige Parkplätze, und immer genug davon, so dass es keine nervige Parkplatzsuche gibt.
Bei Lebensmitteln findet man natürlich auch alles. Die riesigen Supermärkte sind hervorragend sortiert, immer sauber, sind meistens 24 Stunden geöffnet, und es gibt immer genug offene Kassen. Die sind übrigens nicht so eingepfercht wie bei uns, sondern schön breit, und dafür steht am Ausgang der "Greeter", der gleichzeitig auch auf evtl. Ladendiebe aufpasst.

Kommt man in ein Restaurant, wird man sofort empfangen und zu seinem Platz gebracht, kurz darauf steht auch schon der "Waiter" da und nimmt die Bestellung auf. Während des Essens kommt er auch desöfteren vorbei und vergewissert sich, dass alles in Ordnung ist.

      

Das alles trägt eben doch sehr dazu bei, dass man sich viel wohler fühlt wenn man aus dem Haus geht, als in Deutschland. Man fühlt sich sehr viel freier wenn man aus einem grossen Haus tritt, durch den Vorgarten zur Garage läuft und dann durch eine grosszügige Wohngegend fährt, andere grosse Häuser sieht als wenn man sich aus seiner Wohnung durch's Treppenhaus schleppt und Häuserblocks sieht, die dicht an dicht gepresst sind.
Und wenn es sich dann eben nicht nur Reiche leisten können dort zu leben, umso besser.

Eine hervorragende Darstellung des amerikanischen Lebensstandards und seiner Verteilung in der Bevölkerung bietet das Buch Amerikanische Verhältnisse von Olaf Gersemann. Der Autor fegt die allgemein in Deutschland herrschenden Vorurteile über das amerikanische System dabei ebenso soverän wie z.T. zynisch vom Tisch.

Datenschutzerklärung
Kostenlose Homepage erstellen bei Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!